Schnörkellose Biberister – Aufsteiger Biberist gewinnt mit 2:1 gegen den FC Olten

Das mit Spannung erwartete Solothurner Derby zwischen dem Aufsteiger Biberist und dem Favoriten Olten wurde beidseits mit intensivem Einsatz geführt und begann ausgeglichen.

von Hans Peter Schläfli - az Solothurner Zeitung

Eher überraschend wirkte das Biberister Mittelfeld dominanter als die verstärkte zentrale Mittelachse der Oltner. Auf der anderen Seite hatte Oltens defensive Viererkette hinten alles im Griff und vorne wirbelte Luca Schifferle. In seiner unverkennbaren Art sorgte er konstant für ein Gefühl der latenten Gefahr bei den Biberistern.

In der 25. Minute schaltete sich der Biberister Aussenverteidiger Simon Keller in den Angriff ein, was beim folgenden Konter über die linke Oltner Seite Tür und Tor offen liess. Die Biberister Innenverteidiger mussten nach aussen rücken und in der Mitte blieb eben dieser Schifferle alleine, und der versenkte die Flanke ohne Mühe zum 0:1.

Biberist glaubte aber weiter an seine Chance, wurde stärker und kam nach der Pause wie geladen aus der Kabine. In den ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte wurde Olten mit einer Angriffswelle förmlich im eigenen Strafraum erdrückt. Bei einem Eckball rückte Innenverteidiger Patrik Jäggi auf und erzielte per Kopf das absolut verdiente 1:1.

Hektischer Platzverweis

Danach wurde das Spiel hektisch. Flavio Catricalá kommentierte jede Szene und jeden Schiedsrichterentscheid lautstark. Als sein Regisseur Rinor Slishani im Mittelfeld ohne Sanktion grob gefoult wurde, verlor Catricalá die Nerven. Schiedsrichter Benjamin Eisenring ermahnte den FCO-Trainer zunächst.

Doch als klar war, dass Slishani verletzt ausgewechselt werden musste, liess Catricalá noch einmal eine gewaltige Worttirade los. Die lautstarken Reklamationen waren zwar nicht beleidigend, untergruben aber die Autorität des Schiedsrichters, weshalb der keine andere Wahl hatte, als den angedrohten Platzverweis nun definitiv auszusprechen.

Die Oltner haderten mit ihrem Schicksal, die Biberister behielten ihre Nerven im Griff. Dabei hätten auch sie ein paar Mal Grund gehabt, sich aufzuregen. So verhielt sich Justin Browne nach einem «abverheiten» Biberister Steilpass etwas naiv. Andreas Felder knöpfte dem verdutzten Oltener Innenverteidiger den Ball ab und zog alleine auf das Tor, wurde aber aus einem imaginären Offside zurückgepfiffen.

Schnörkellose Biberister

In der 68. Minute demonstrierte Biberist, wie einfach erfolgreicher Fussball gespielt werden kann. Goalie Moreno Blum spielte den Ball zu Pascal Senn, der diesen direkt zu Dario Emch weiterleitete, der noch den Oltner Goalie Thomas Husi umkurvte und zum 2:1 einschob.

In der Schlussphase kam Olten noch zu zwei, drei gefährlichen Aktionen. In der 80. Minute gab es einen Aufreger, als Schifferle den Ball genial durch die Lücke auf Canik Tuna weiterleitete, aber der Schiedsrichter auf Offside entschied.

So blieb es beim verdienten Biberister Sieg und die enttäuschten Oltner ärgerten sich am Ende vor allem über sich selber, denn hätten sie sich auf das Wesentliche konzentriert, wäre für sie ein besseres Resultat möglich gewesen. «Wir glaubten an uns und spürten schon vor der Pause, dass etwas möglich ist.

Wir waren kämpferisch sehr gut drauf und deshalb ist uns die Wende gelungen», analysierte Torschütze Patrik Jäggi den Match – sichtlich stolz darauf, dass Biberist das Image des Abstiegskandidaten mehr und mehr ablegen kann.

Adresse

  • Fussball Club Olten 1909
  • Postfach 661
  • 4601 Olten

Kontakt

  • Tel: 062 296 69 04
  • Mail: info@fcolten.ch
  • www.fcolten.ch